„Das Menschenleid stellt uns dem schwierigsten Problem des Denkens entgegen. Bei dem Versuch, die Frage des Leides zu beantworten, entscheidet sich, ob das menschliche Leben, ja das Leben überhaupt einen Sinn hat. Noch mehr: Von der Antwort hängt für viele ab, ob es einen Gott gibt, und wenn es ihn gibt, ob er ein großer, barmherziger und liebender Herr ist oder ein kleiner, bedrohlicher und unberechenbarer Tyrann.
Das Menschenleid kann zur größten Versuchung unserer Existenz werden. Wie kann Gott soviel Grausamkeit, Ungerechtigkeit und Böswilligkeit, soviel Unterdrückung der Unschuldigen mitansehen? Warum muß sein Freund genauso leiden wie sein Feind? Warum zeigt er seine Macht nicht deutlicher? Warum müssen Menschen, unsere Freunde und Nächsten, für die wir gläubig beten, in ihrer Angst und Verzweiflung bleiben, ohne daß ihnen dauernde Erleichterung gewährt wird?“
(Ladislaus Boros: Erlöstes Dasein. Mainz, 1965, S. 7)
Diese Fragen werden uns immer wieder zum „Feld des Atheismus“, wie Georg Büchner sagte. Denn weder Christen noch sonst wer haben darauf eine befriedigende und befriedende Antwort darauf. Büchner: „Das leiseste Zucken des Schmerzes und rege es sich nur in einem Atom, macht einen Riß in der Schöpfung von oben bis unten.“ (Dantons Tod, III,1)

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